
Walking, die sportlichere Variante des Gehens, wird in der
Literatur als eine "sanfte" Ausdauertrainingsform beschrieben, die einen
ausreichenden Trainingsreiz bei gleichzeitig geringer Überlastungsgefahr
gewährleistet (4, 7, 9).
Das Kniegelenk sollte beim Walking im Gegensatz zum Sportgehen beim Aufsetzen des Fußes nicht vollständig gestreckt sein. Beim Walking sind die Ellbogen 90° angewinkelt und schwingen seitlich am Körper wechselseitig zu den Beinen. Beim Sportgehen findet der Armschwung vermehrt vor dem Körper bis zur Körpermitte statt. Dadurch erreicht der Walker allerdings auch nicht die hohen Spitzengeschwindigkeiten der Sportgeher, die bis zu 20 km/h betragen können. Das Einstiegstempo beim Walking liegt bei ca. 5 km/h, beim schnellen Walking können Geschwindigkeiten um 9 km/h erreicht werden. In Tab. 1 sind noch einmal alle wichtigen technischen Besonderheiten und Unterschiede zwischen Walking, Sportgehen und Jogging zusammengefasst.
Obwohl die Technik des Walkings zunächst recht einfach erscheint, empfiehlt sich eine Technikeinweisung durch den versierten Übungsleiter bzw. Sportlehrer.
| Walking | Sportgehen | Jogging | |
|---|---|---|---|
| Körperhaltung | aufrecht und leicht nach vorne gebeugt | aufrecht und leicht nach vorne gebeugt | aufrecht und leicht nach vorne gebeugt |
| Aufsatz des Fußes | Fußaufsatz nebeneinander
keine Flugphase: |
Fußaufsatz geradlinig keine Flugphase: |
Fußaufsatz nebeneinander
Flugphase =
|
| Kniehaltung bei Bodenkontaktaufnahme | Kniegelenk leicht gebeugt | Kniegelenk gestreckt | Kniegelenk leicht gebeugt |
| Bewegungen von Becken und Schulter | Bewegung Becken und Schulter um die Längsachse | Bewegung Becken und Schulter um die Längs- und
Tiefenachse => Verwringung Becken- und Schulterachse |
Bewegung Becken und Schulter um die Längsachse |
| Armschwung | Armschwung seitlich am Körper | Armschwung vor dem Körper bis zur Körpermitte | Armschwung seitlich am Körper |
Der Energieverbrauch beim Walking mit einer Geschwindigkeit von 6,4 km/h beträgt in Abhängigkeit vom Körpergewicht 20-30 kJ/min und liegt beispielsweise bei einer 80 kg schweren Person um 50% höher als bei einer Person mit einem Körpergewicht von nur 50 kg (7).
Bei untrainierten 20-40jährigen Frauen führte ein
mehrmonatiges Walking-Training in Abhängigkeit von der Gehgeschwindigkeit
bzw. Trainingsherzfrequenz zu einem signifikanten Anstieg der
kardiovaskulären Leistungsfähigkeit (max. Sauerstoffaufnahme) (4), was als
gesundheitsprotektiver Effekt gilt. Allerdings können auch relativ niedrige
Walking-Intensitäten ohne wesentlichen Einfluss auf die kardiovaskuläre
Leistungsfähigkeit bereits zu einer Verbesserung des Lipidstoffwechsels
(Anstieg von HDL- bzw. Abfall von LDL-Cholesterin) führen, z. B. 5mal 60 min
pro Woche über 24 Wochen mit 4,8 km/h (4) oder 3mal 60-90 min pro Woche über
9 Wochen mit 6-7 km/h (8).
Aufgrund der biomechanischen Gegebenheiten mit deutlich geringerer Stoßbelastung beim Walking gegenüber dem Jogging eignet sich diese Bewegungsform insbesondere für Personen mit Übergewicht bzw. orthopädischen Beeinträchtigungen (z.B. Patienten mit Hüftgelenksprothesen). Bei Walking- Programmen besteht eine hohe Compliance mit geringerer Ausfallquote durch auftretende Beschwerden am Haltungs- und Bewegungsapparat im Vergleich zum Jogging.
Bei sog. Risikogruppen wie Herzpatienten stellt der durch die Bewegungstechnik beim Walking nach oben hin begrenzte Intensitätsbereich einen gewissen Schutz vor Überforderung dar. In einer Studie (10) mit Herzpatienten zeigte sich, dass Jogging häufig zu Überschreitungen der vorgegebenen Trainingsherzfrequenz führt, Walking jedoch eine ausreichende Trainingsintensität bei gleichzeitig geringerer Überforderungsgefahr bietet. Auch bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz sind positive Erfahrungen mit (z.B. 10minütigen) Walking- Programmen beschrieben, die in erster Linie über eine verbesserte Bewegungsökonomie zu einer gesteigerten Belastungsverträglichkeit und Lebensqualität beitragen (6). Bei Claudicatio intermittens führen Gehprogramme zu einer Anhebung der schmerzfreien Gehstrecke.
Nicht unterschätzt werden sollte auch die gerade bei
älteren Menschen durch regelmäßiges Gehen bzw. Walking erreichte größere
Mobilität mit entsprechender Steigerung von Selbständigkeit und
Selbstvertrauen.
Bezüglich Zeit- bzw. Geschwindigkeitsvorgaben für flaches Gelände resultieren aus Literaturbefunden (5, 7) und eigenen Untersuchungen zusammenfassend folgende Empfehlungen:
| Weniger leistungsfähige ältere Gesundheitssportler (max. Leistungsfähigkeit < 2 Watt/kg Körpergewicht) |
ca. 5-6 km/h (ca. 20 kj/min)* |
| Normal leistungsfähige Gesundheitssportler mittleren
Alters (max. Leistungsfähigkeit 2-3 Watt/kg Körpergewicht) |
ca. 6-7,5 km/h (ca. 20-30 kJ/min) |
| Leistungsfähigere jüngere Freizeitsportler (max. Leistungsfähigkeit > 3 Watt/kg Körpergewicht) |
ca. 7,5-9 km/h (ca. 30-45 kJ/min) |
* Die Angaben zum Energieverbrauch gelten für eine 70
kg schwere Person.
Auch die Herzfrequenz kann zur Belastungsdosierung herangezogen werden. Aus Literaturbefunden und aus eigenen Studien können bisher folgende Empfehlungen (in Form von Faustformeln) gegeben werden:
Inwiefern noch weitere und möglicherweise exaktere Vorgaben, basierend auf individuellen Testverfahren möglich sind (z.B. prozentuale Vorgaben anhand der max. Gehgeschwindigkeit im Walking-Stufentest), wird in derzeit noch laufenden Untersuchungen überprüft.
Bezüglich der Trainingshäufigkeit im Rahmen eines gesundheitsorientierten Trainingsprogramms gelten die gleichen Empfehlungen wie beim Jogging:
Als Empfehlung für die Dauer einer einzelnen Trainingseinheit gilt:
Dabei handelt es sich um ein gesundheitssportliches Zielprogramm, das je nach Leistungsfähigkeit von dem Sport-Neu- oder -Wiedereinsteiger anfangs nicht in vollem Umfang bewältigt werden kann. Hier ist zunächst ein Aufbauprogramm notwendig (z.B. anfänglich 15-20 min Walking mit Gehpausen kombiniert). Bei Männern mittleren und höheren Alters ist das kardiovaskuläre Risiko unabhängig von anderen Risikofaktoren ab einem Schwellenwert von 15 km entsprechend 3,5 Stunden normalen Gehens pro Woche signifikant vermindert (Zitat Paffenbarger in 7).
Zur Steigerung der Intensität ("Wogging") ist zusätzlich
der Einsatz von Gewichten (kleine Hanteln oder Gewichtsmanschetten) möglich.
Eine deutliche Steigerung des Sauerstoffverbrauchs tritt auch in hügeligem
Gelände auf: So ist von einem um 60% gesteigerten Energiebedarf bei einer
Steigung von 5% im Vergleich zur Ebene auszugehen (7). Hierbei tritt auch
ein besonderer muskulärer Trainingseffekt (vordere und hintere
Oberschenkel-, Gesäß- und untere Rückenmuskulatur) auf.
Unter dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern
nur ungünstige Bekleidung" sollte sog. wetterfeste Funktionskleidung
getragen werden. Diese hält Nässe von außen ab, lässt aber gleichzeitig die
Feuchtigkeitsabgabe von innen nach außen zu - ein wichtiger Aspekt zur
Erkältungsprophylaxe.
Für einen genüsslichen Appetit mit gutem Gewissen steht ein umfangreicher Rezeptteil zur Verfügung. Schauen Sie auf www.lenas-kochbuch.de
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